
Hohe Kosten: Baselbieter Wagencliquen kritisieren die neuen Sicherheitsvorschriften
Giulia Ballmer
Dieses Jahr verschärft sich die Betriebssicherheitsbestätigung für die Baselbieter Fasnächtler. Fasnachtscliquen aus dem Oberbaselbiet zeigen sich davon nicht sonderlich begeistert.
So wie es die Basler Polizei schreibt, soll es für die Fasnacht 2026 auch im Baselbiet gelten. Fasnachtscliquen müssen eine neue, verschärfte Betriebssicherheitsbestätigung (Besibe), die kantonal gilt, vorweisen können.
Lukas Doppler aus Bättwil ist Landmaschinenmechaniker und prüft die Fasnachtswagen in Basel. Dieses Jahr sei für ihn besonders herausfordernd, da er auch die Wagen für die «Landfasnachten» prüfen muss. «Es sind weit über 100 Wagen, die ich prüfen muss», erklärt Doppler. Und längst bei weitem seien nicht alle Wagen gut: «Bei gewissen sind die Pneus rissig und die Bremsen funktionieren nicht, und dann muss ich den Wagen auseinandernehmen und ihn wieder in Topform bringen.»
Aber was muss eigentlich geprüft werden?
«Ich kontrolliere direkt das Fahrgestell, die Pneus und die Bremsen – das ist das Wichtigste», erklärt Doppler. Dieses Jahr habe er damit zahlreiche Stunden verbracht: «Auf dem Land war es teilweise sehr schwierig, weil die Wagen 15 bis 20 Jahre lang nicht geprüft wurden und teilweise nicht mal über Bremsen verfügen». Weiter meint er: «Das Verständnis von Fasnächtlern zu erlangen, ist manchmal daher schwierig, da sie jetzt plötzlich eine grosse und aufwändige Kontrolle durchführen lassen müssen».

Rundumverschalung wird zum Törli-Feind in Liestal
Wie Doppler weiter erklärt, ist die Umstellung für Baselbieter Wagencliquen nicht so einfach. Genauso schwierig sei die Situation im Stedtli Liestal. «Durch die Winkel und das Törli im Stedtli ist die Rundumverschalung der Traktore und Wagen eine neue Hürde», meint Martin Klaus, Präsident des Fasnachtskomitees Liestal.
Auch die Clique Ruechi Sieche aus Bennwil äussert sich zu den verschärften Sicherheitsmassnahmen: «Es ist gut, dass kantonal dieselben Sicherheitsbedingungen gelten, aber gewisse Massnahmen sind auch ein wenig übertrieben». Die Wagenclique habe sich auf einen zweistöckigen Wagen gefreut, der jetzt so aber nicht mehr erlaubt sei. Eine andere Wagenclique aus Sissach bedauert ebenfalls diese Vorschrift: «Es ist sehr schade», eine Tragödie sei es aber dennoch nicht, sagt sie gegenüber Baseljetzt.
Sicherheitsauflagen belasten Fasnachtscliquen finanziell
«Es ist ein finanzieller Einschnitt», sagt Mischa Tschopp von der Morgentaler-Clique. Er arbeitet selbst als Landmaschinenmechaniker. Teilweise mussten ganze Materialien angeschafft und viel Geld in die Sicherheitsmassnahmen investiert werden. «Wir mussten Netze anschaffen, um so eine komplette Verschalung zu realisieren», erklärt die Bennwiler Wagenclique gegenüber Baseljetzt. «Wir wollen fürs Volk etwas Gutes machen, und tragen aber die finanziellen Kosten», heisst es von der Clique weiter.
Ausserdem sieht Tschopp eine zunehmende Hürde bei der Mitarbeit der Landwirte, da jeder Traktor am Umzug landwirtschaftlich eingelöst sei. Daher braucht es für die Fahrzeuge eine Bewilligung, da Fasnacht kein landwirtschaftlicher Anlass ist.
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Claudinli
Wichtig wäre jetzt, direkt vor den Fasnachtsumzüge Polizeikontrollen. Jene Wagen welche nicht die bestandenen Prüfungsnachweise vorweisen können, dürfen nicht am Umzug teilnehmen! Somit würden jene Cliquen belohnt für ihre Unkosten.
Hoschi
Sicherheit ist wichtig und geht eben vor. Genaue Kontrollen sind daher notwendig.
Hoschi
Und es gibt tatsächlich hier jemanden, der es nicht wichtig findet, dass Sicherheit essentiell ist. Unglaublich.