«Ich will das nicht»: Yannik Zamboni will die Modebranche verändern
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Baselbieter Designer
Lifestyle

«Ich will das nicht»: Yannik Zamboni will die Modebranche verändern

17.06.2024 14:46
Jennifer Weber

Jennifer Weber

Yannik Zamboni hat sich von seinem Vertriebspartner Amazon getrennt. Der Baselbieter Designer will sich für eine nachhaltige Modebranche einsetzen. Sein Label Maison Blanche soll nun durch ein Crowdfunding unterstützt werden.

Yannik Zamboni gewann vor zwei Jahren die Reality-Show «Making the Cut», die von Heidi Klum kreiert wurde. Damit sicherte er sich eine Million Kapital für sein Modelabel Maison Blanche. Auch in Klums Show «Germany’s Next Topmodel» ist der 37-Jährige seither immer wieder zu sehen.

Nun brechen aber neue Zeiten an: Zamboni hat sich von seinem Vertriebspartner Amazon getrennt. «Es ist, als würde ich von Neuem beginnen», sagt Zamboni in einem Interview mit Blick.

«Modebranche ist auf Ausbeutung aufgebaut»

«Die ganze Textil- und Modebranche ist auf Ausbeutung aufgebaut», so Zamboni. Als Beispiele nennt er Baumwollplantagen, Praktikant:innen, die keinen Lohn erhalten, oder Hausfrauen, die früher Stickereien gemacht hätten, aber kaum dafür bezahlt worden seien, obwohl die Stücke teuer weiterverkauft worden seien. «Ich will beweisen, dass man ein erfolgreiches Geschäft mit fairen Bedingungen führen kann.»

«Ich setze seit Beginn auf Nachhaltigkeit, faire Löhne und biologisch abbaubare und vegane Textilien», so der Baselbieter. Mit dem neuen Deal mit Amazon und der grossen Produktionsmenge wäre dies nun zu einem Problem geworden. Er habe zwar versucht, etwas zu verändern – manche Dinge liessen sich jedoch «nicht so schnell» ändern.

Durch den Bruch mit Amazon habe Zamboni sein Personal um die Hälfte verkleinern müssen. «Mir ist es sehr wichtig, dass wir eigenständig bleiben und weiter produzieren können. Und dass ich weiterhin faire Löhne zahlen kann.» Gegenüber Blick sagt Zamboni, dass er und seine Mitarbeiter:innen vom Modelabel leben können.

«Revolution in der Mode»

Mit einem Crowdfunding will Zamboni nun die Zukunft von Maison Blanche sichern. «Nachhaltige Materialien sind für uns nicht genug, zirkuläre Mode ist die einzige Zukunft, die wir uns vorstellen können», heisst es auf der Website. «Mit Amazon konnten wir unsere Vision einem breiten Publikum zugänglich machen. Diese Partnerschaft hat uns zwar eine erste Bekanntheit verschafft, aber wir glauben, dass es wichtig ist, unsere Prinzipien aufrechtzuerhalten und die Kontrolle zu behalten», heisst es dort weiter.

Die Unterstützung durch das Crowdfunding «wird uns helfen, um weiterhin eine Revolution in der Mode anzuführen, frei von den Einschränkungen eines Grosskonzerns».

Das Ziel: 1,5 Millionen Franken. 600’000 Franken hat Zamboni schon zusammen – 23 Tage verbleiben noch. Nachhaltigkeit ist ihm sehr wichtig. Neu sollen die Kleider in Portugal produziert werden, erklärt der 37-Jährige im Video. «Wir wissen, woher unsere Materialien kommen.» Nachhaltigkeit bedeute für ihn aber auch, faire Löhne zu bezahlen und vegan zu produzieren. «Ich will ein bisschen die Welt verändern.»

Zweitgrösster Umweltverschmutzer

In einem Praktikum habe er «sehr schlechte Erfahrungen» gemacht. Dort habe er die «schlimmen Seiten des Modebusiness» kennenglernt. Da sei ihm bewusst geworden: «Ich will das nicht», erklärt er gegenüber Blick seine aktivistische Ader.

«Ich habe angefangen, zu recherchieren und sah, wie viel schiefläuft in diesem Geschäft.» Die Modebranche sei der zweitgrösste Umweltverschmutzer weltweit. «Wenn wir nur diese Branche ändern, hätte das schon einen riesigen Einfluss», ist sich Zamboni sicher.

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Kommentare

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18.06.2024 04:28

spalen

nachhaltigkeit in der modebranche ist ja eigentlich nicht ein neues thema. sein engagement in allen ehren, aber viel wichtiger wäre es, der gesellschaft das problem der fast fashion klar aufzudrängen.

3 0
17.06.2024 18:52

MatthiasCH

Ist diese Mode nur für Non-Binäre?

3 2

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