Jugendliche haben vermehrt Messer dabei: «Das Gefühl, sich verteidigen zu müssen»
©Bild: Baseljetzt
Tötungsdelikt
Bezirk Arlesheim

Jugendliche haben vermehrt Messer dabei: «Das Gefühl, sich verteidigen zu müssen»

02.07.2024 18:16 - update 03.07.2024 10:01
Alex Kälin

Alex Kälin

Nach dem schockierenden Tötungsdelikt vor einer Schule in Aesch: Gespräche mit Experten zeigen, dass es im Baselbiet ein Messerproblem gibt.

In der Nacht auf Sonntag wurde ein 15-Jähriger von einem 18-Jährigen mit einer Stichwaffe getötet. Baseljetzt berichtete. Laut dem Stellvertreter der leitenden Jugendanwältin Baselland gibt es viele junge Menschen, die im Ausgang ein Messer bei sich haben: «Ich würde sagen, dass es sich mindestens in den letzten Jahren auf einem hohen Niveau stabilisiert hat. Es ist ein Phänomen, auf das wir seit Jahren mit Besorgnis schauen», so Lukas Baumgartner.

Jugendliche haben vermehrt Messer dabei: «Das Gefühl, sich verteidigen zu müssen»
In den letzten fünf Jahren gab es nur vereinzelte Fälle schwerer Gewalt mit Messern von Menschen unter 24. Grafik: Baseljetzt

In der Kriminalstatistik Baselland sieht man von der Häufung an Messern, die beispielsweise bei Polizeikontrollen gefunden werden, noch wenig. Nur in vereinzelten Fällen gibt es unter 24-Jährige, die jemanden mit dem Messer töten oder schwer verletzen. «Es kommt zum Glück selten zum Einsatz, aber sie haben ein Messer dabei, weil sie das Gefühl haben, sie bräuchten etwas, um sich zu verteidigen», sagt Jugendanwalt Baumgartner.

Jungs stechen öfter zu

Henning Hachtel, Chefarzt Forensik UPK Basel, sagt, dass Jugendliche ein Messer mit sich tragen, weil sie ein verstärktes Sicherheitsbedürfnis hätten. Aber auch die Gruppendynamik würde laut einer Studie aus dem Jahr 2022 eine Rolle spielen. Interessant sei aber auch, dass jeder fünfte männliche Jugendliche ein Messer trägt, bei den weiblichen ist es nur jede zehnte.

In Baselland wurden in den vergangenen fünf Jahren ausnahmslos alle Delikte schwerer Gewalt mit Messern von männlichen Jugendlichen verübt. Laut Lukas Baumgartner sei das einzige, was man machen könne, über die Gefahren von Messern aufzuklären.

Und auch die Polizei Baselland sagt auf Anfrage: «Insbesondere der Jugenddienst und auch die Jugendanwaltschaft Basel-Landschaft stehen in engem Kontakt mit den Schulbehörden und weiteren entsprechenden Fachstellen und betreiben präventive Aufklärungsarbeit.»

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03.07.2024 09:41

Frenchy

hän mir friener keins deby kha? Schwizer sackmässer? dängget drüber noche denn es isch d kopf nd nit s mässer

0 1
03.07.2024 02:39

spalen

die analyse ist gemacht, jetzt folgt der schwierige teil: was kann gemacht werden, dass die messer zuhause bleiben und die jugendlichen wieder spüren, dass es falsche sicherheit vermittelt und nichts bringt.

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