Mit Queen, KI und Kochlöffel: Das Mimösli schenkte dem Publikum einen «Lichtblick»
Leonie Fricker
Eine gelungene Premiere verlieh der Fasnacht im Kulturhuus Häbse royalen Glanz. Mit witzigen Pointen und musikalischer Vielfalt setzte das Mimösli einen heiteren Akzent nach einem von Trauer geprägten Tag.
Das Mimösli liess den gestrigen Trauertag bei der Premiere nicht unkommentiert. Bereits beim Einlass ins Kulturhuus Häbse wurde jedem einzelnen Besucher vor der Vorstellung ein Brief überreicht. Darin teilte Häbse-Chef Dani von Wattenwyl seine Gedanken: «Natürlich habe ich mich gefragt, ob ich die diesjährige Premiere verschieben soll.»
Kann eine Mimösli-Premiere an einem nationalen Trauertag über die Bühne gehen?
Die Antwort lautete: Ja. Auch wenn die Entscheidung dem Ensemble und allen Beteiligten nicht leicht gefallen sei, erklärt von Wattenwyl in seinem Schreiben. «Damit stelle ich mich nicht gegen den Trauertag, sondern möchte mit dieser Entscheidung den Fokus wieder auf Lichtblicke richten.»
Dass sich viele an diesem Tag nach etwas Heiterkeit sehnten, zeigte ein voll besetztes Häbse. Kein einziger Platz blieb am Freitagabend leer.
Hits von Queen rissen das Publikum mit
Und so durfte sich das Publikum auf einen «royalen» Auftakt des Mimösli freuen, das – wie könnte es anders sein – mit «We Will Rock You» von Queen begann. Dani von Wattenwyl schlüpfte für diese Nummer in die Rolle von Freddie Mercury, stilecht mit Fliegerbrille und Schnauzer.
Die Hits von Queen à la Mimösli zogen sich wie ein roter Faden durch den Abend. Von Donald Trump über das Baustellen-Chaos bis hin zu E-Bikes wurden aus den ikonischen Songs der britischen Rockband Hymnen über das internationale wie auch regionale Geschehen. Dabei liess das Ensemble keinen Hit aus – und das Publikum liess sich nur allzu gern mitreissen.

Als Sidekick verkürzte die «Royale KI-Galerie» dem Publikum die Szenenpausen. Einige Blockbuster der Kunstgeschichte wurden dabei zum Leben erweckt, darunter die wohl berühmteste Porträtierte der Renaissance: Mona Lisa. In der KI-Version des Mimösli wohnt die schöne Unbekannte nicht etwa in Florenz, sondern in Riehen. Dort erhält sie ihre Parkkarte – im Gegensatz zu den Stadtbaslern – zum Spottpreis. Daher rührt also ihr Lächeln.
Ein Sportpanorama unter Sparmassnahmen
Ein besonderes Highlight im Programm war das Rahmestiggli zur Halbierungsinitiative. Die Bühne des Häbse verwandelte sich dazu in ein SRF-Studio. Dort sollte das Sportpanorama aufgezeichnet werden. Eine gestresste Cyliane Howald versucht als Produzentin trotz massiver Sparmassnahmen eine Sendung auf die Beine zu stellen. Weil das Budget knapp ist, wird die Reinigungskraft nicht nur fürs Putzen angeheuert, sondern muss auch die Namenseinblender der Gäste notieren und die Kamera übernehmen.

Um die Maske soll sich die vermeintliche Praktikantin (Hedy Kaufmann) kümmern – die am Ende auch noch das Wetter moderieren muss. Wegen der Sparmassnahmen wird das Ganze mit dem Handy aufgezeichnet. Und die Gäste im Sportpanorama sind nicht etwa hochkarätige Schweizer Sportlerinnen oder Experten, sondern eine Stürmerin vom FC Bad Säckingen 08 und ein Murat-Yakin-Lookalike (Dani von Wattenwyl). Köstlich anzusehen, wie sich das Sportpanorama Schritt für Schritt zum Fiasko entwickelt.
Auch musikalisch bot das Mimösli wie gewohnt Abwechslung. Vom Hauch der Frau Fasnacht wurden die «Ventilatore» zum Leben erweckt. Ihre Shownummer war eine gelungene Mischung aus Lichtshow und ruhigeren Passagen, die sich ideal ins Gesamtbild des Abends einfügte.
Wilde Tambouren in Knogls Küche
Ein musikalisches Highlight lieferten die Tambouren der «Rötzilisgge vo Stickstoff», die sich in der Küche von Sternekoch Peter Knogl austobten. Kurzerhand wurden aus den Tambouren Köche, die sämtliche Küchenutensilien – vom Wallholz bis zum Kochtopf – zu Perkussionsinstrumenten umfunktionierten. Sie bewiesen dem Publikum ihr rhythmisches Können, indem sie sich nicht anmerken liessen, dass sie auf der Mimösli-Bühne Kochlöffel statt Tambourenstöcke in den Händen hielten.

Bei den Schnitzelbängg sorgten «S’Spitzig Ryssblei», «dr Schyynhailig» und «d’ Gryysel» für bissige Pointen, die die Vorfreude auf die Fasnacht weiter anheizten. Auch wenn sich das Motto der diesjährigen Ausgabe – «Fasnacht Royal» – bei einigen Nummern etwas verlor, gelang es dem Mimösli dennoch, das Premieren-Publikum königlich zu unterhalten.
Vom Publikum gab es am Freitagabend nach der Premiere Standing Ovations. Wer sich selbst ein Bild von der diesjährigen Ausgabe machen will: Das Mimösli im Kulturhuus Häbse läuft noch bis zum 14. Februar 2026.
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