Musikalische Wucht und ESC-Nostalgie: Das war die RämPläm-Premiere
Michael Kempf
Am Freitagabend feierte das RämPläm im Tabourettli Premiere. Die Vorfasnachtsveranstaltung wusste insbesondere mit ihrem ironischen Unterton und ihrer musikalischen Vielfalt zu überzeugen.
Bereits zu Beginn zeigte das Ensemble des diesjährigen RämPläm, dass sich das Publikum auf einen musikalisch vielfältigen Abend freuen konnte. Der Prolog war ein Rückblick auf den ESC in Basel und die bekanntesten Songs dazu. Dazu wurden Lieder wie «Baller», «Espresso Macchiato» oder auch «Voyage» von Zoë Më passend zur Fasnacht umgedichtet. Auch der eine oder andere ironische Unterton in Richtung des Basler Unesco-Weltkulturerbes war zu hören.
Auch die darauffolgende Nummer sorgte für viel Gelächter: Ein Deutscher (dargestellt von Sebi Padotzke), der schon lange in Basel lebt und glaubt, die Gepflogenheiten der Basler Fasnacht verstanden zu haben, möchte nun auch seinen Teil zu diesen drei sehr offenen und toleranten Tagen beitragen.

Es folgt ein Fettnäpfchen nach dem anderen und das restliche Ensemble muss seinem deutschen Kollegen (wobei eigentlich sogar drei Personen aus dem Ensemble Deutsche sind) aufzeigen, dass an der Fasnacht doch die eine oder andere Regel gilt und dass sie nicht auf jegliche Instrumente oder Verkleidungen positiv reagiert, die nicht der Fasnachtsnorm entsprechen.
Trommeln als Blasinstrumente
Die musikalische Abwechslung und Vielfalt, die das RämPläm bietet, sorgt beim Publikum für grosses Erstaunen. So steht das Ensemble mit seinen Trommeln in einer Reihe. Doch statt darauf zu trommeln, halten sie diese vor das Gesicht und blasen auf das Trommelfell. So performen sie die Pfeiferretraite.
Auch der Versuch, einen Schnitzelbangg zu gründen, der nicht von alten weissen Männern für alte weisse Männer gemacht wird und niemanden verletzen soll, sorgt für viel Gelächter im Publikum. Auch eine spätere Nummer, in der das Ensemble einen Schnitzelbangg aus einem übermotivierten Banggchor und einem demotivierten Helgenträger und Bänggler – grossartig vorgetragen von Martin Bammerlin – mimt, der nur Verse über Wasser macht, sorgt für tosendes Gelächter im Publikum. Ein kleiner Seitenhieb auf die fasnächtliche Schnitzelbanggkultur ist durchaus zu spüren.
Salome Hofer überzeugt
Die ehemalige Grossrätin Salome Hofer verstärkt in diesem Jahr das RämPläm-Ensemble. Auch wenn sie den Kollegen bei der Instrumentenvielfalt nicht ganz das Wasser reichen kann, vermag die Vollblutfasnächtlerin mit ihrer Performance und auch gesanglich durchaus zu überzeugen. Ein besonderes Highlight ist ihre Steckenpferd-Nummer, in der sie sich als Fan dieser Sportart outet. Angeblich kämen während der Fasnacht alle Cliquen zum grossen Steckenpferdrennen auf dem Wettsteinplatz zusammen.

«Ich nime no e gsprützte Wisse»
Zum Schluss schöpft das Ensemble musikalisch noch einmal aus dem Vollen. Es folgt eine Zugabe nach der anderen, denn das Publikum hat noch nicht genug. Zum Schluss singt Martin Bammerlin den Campari-Soda-Song, allerdings angepasst an die Fasnacht bzw. deren Abschied am Donnerstagmorgen: «Ich nime no e gsprützte Wisse».
Das RämPläm überzeugt nicht nur musikalisch. Auch die Stücke dazwischen sorgen mit der nötigen Prise Ironie für einen vollen Genuss. Es bleibt spürbar, dass Regisseur Roland Suter mit der Fasnacht nicht wirklich viel anfangen kann. Dies bestätigt er auch sogleich noch auf der Bühne, als er nach dem Schlussapplaus dazu gebeten wird. Gerade diese Eigenschaft Suters macht den Charme des Rämpläms aus. Eine nicht typisch fasnächtliche Vorfasnachtsveranstaltung – in diesem Jahr umso passender zum Fasnachtsmotto «Blib verspylt».
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