Schon wieder Benzidin im Roemislochbach gefunden – Allschwil mit Ansage an Chemiefirmen
©Montage: Archivmaterial Telebasel/Gemeinde Allschwil<br>
Umwelt
Baselland

Schon wieder Benzidin im Roemislochbach gefunden – Allschwil mit Ansage an Chemiefirmen

10.07.2024 15:35 - update 11.07.2024 08:45

Baseljetzt

Die Gemeinde Allschwil hat im Roemislochbach wiederholt hohe Rückstände des krebserregenden Stoffs Benzidin entdeckt. Sie nimmt die Chemiefirmen in die Pflicht, die Schadstoffquelle zu eliminieren.

Die Gemeinde Allschwil hat in einem Bach bei der nahe gelegenen ehemaligen Chemiedeponie Roemisloch erneut Rückstände des krebserregenden Stoffs Benzidin entdeckt. Die Gemeinde fordert die Chemiefirmen und insbesondere Novartis dazu auf, die Quelle des Schadstoffs zu elimieren, wie sie am Mittwoch mitteilte.

Die Gemeinde befindet sich bereits seit mehreren Jahren im Clinch mit den Chemiefirmen und auch mit dem Amt für Umwelt und Energie des Kantons Baselland. Entsprechend hat sie die aktuellen Proben aus dem Roemislochbach im benachbarten elsässischen Neuwiller vom entsprechenden Amt des Kantons Basel-Stadt analysieren lassen.

Diese Analyse habe über 120 Substanzen in einer Gesamtkonzentration von 271 Mikrogramm pro Liter Wasser nachgewiesen, heisst es. Darunter Benzidin in einer Menge, die weit über den tief angesetzten Grenzwerten aus der Schweiz und aus Frankreich liege.

Chemiefirmen haben Messstellen entfernt

Die Chemiefirmen haben die ehemalige Deponie Roemisloch bereits 2012 für saniert erklärt. Für die Gemeinde Allschwil «nicht nachvollziehbar» hätten die betroffenen Firmen bei ihren Grundwassermessstellen nie nach Benzidin Ausschau gehalten und die Messstellen im Dezember zudem entfernt.

Auch in das kantonale Umweltamt setzt die Gemeinde nicht mehr allzu grosses Vertrauen. Dieses hatte im Januar 2022 bei Messungen keine Überschreitungen der «Anforderungswerte der Gewässerschutzwerte» festgestellt. Allerdings hatte das Amt seine Proben nicht aus dem neben der ehemaligen Deponie gelegenen Roemislochbach, sondern aus dem weiter entfernten Mülibach in Allschwil entnommen.

Für die Gemeinde Allschwil erscheint es klar: 14 Jahre nach der vermeintlichen Sanierung sei es höchste Zeit, das stark kontaminierte Wasser beim Roemisloch zu sammeln und zu reinigen, die Quelle der Schadstoffe ausfindig zu machen «und endlich richtig aufzuräumen». (sda/daf)

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10.07.2024 19:07

spalen

bei so elementaren dingen wie der wasserversorgung sollte eigentlich eine null-toleranz gelten: warnungen und ergebnisse ignorieren, geht gar nicht und sollte sanktioniert werden!

8 1
10.07.2024 15:30

Stephanie_BS

Baselland ist da leider nicht so fortschrittlich und verantwortungsbewusst wie wir in Basel. Unglaublich wie sich die Firmen um Kopf und Kragen dagegen wehren obwohl sie Milliardengewinne einfahren und es ihre Schuld ist (egal ob selbst oder dazugekaufte Unternehmen). Mitgegangen, mitgefangen!

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