Baseljetzt wurde eingestellt
Baseljetzt, das Newsportal von Telebasel, wurde eingestellt. Deine tägliche Dosis News in Videoform bekommst du jetzt auf telebasel.ch!
Wegen Sicherheitsauflagen: Wasserturm-Waggis müssen auf Fasnacht verzichten
©Bild: Instagram/Wasserturm-Waggis
Liestal
Fasnacht

Wegen Sicherheitsauflagen: Wasserturm-Waggis müssen auf Fasnacht verzichten

28.01.2026 06:30 - update 28.01.2026 07:59
Giulia Ballmer

Giulia Ballmer

Die neuen Sicherheitsvorschriften für die Baselbieter Fasnachten bereiten der einen oder anderen Wagenclique Probleme. Während die Wildsäu-Waggis protestieren, können die Wasserturm-Waggis nicht teilnehmen.

Am 25. Februar heisst es für die Liestaler Fasnächtler: Die vollen Konfettisäcke schnappen und ab ins Stedtli. Aber nicht für alle: Die Wasserturm-Waggis müssen die Fasnacht dieses Jahr vom Strassenrand aus miterleben, weil sie die neuen Sicherheitsvorschriften nicht erfüllen können. «Es ist ein herber Rückschlag», sagt Clemens Barges, Präsident der Wasserturm-Waggis gegenüber Baseljetzt.

Pflicht zur Rundumverschalung sorgt für Diskussionen

2026 verschärften sich die Sicherheitsvorschriften kantonal für die Baselbieter Fasnachten. Dazu zählt die neue Rundumverschalung der Zugfahrzeuge: » Zum Schutze des Publikums sind Zugfahrzeuge und Anhänger seitwärts, beziehungsweise am vorderen und hinteren Ende der Fahrzeugkombination bis 25 cm über dem Boden mittels festen Materialien zu verkleiden», schreibt der Kanton Basel-Landschaft. Besonders diese neue Regelung stösst auf Kritik für die Liestaler Fasnacht. «Man hat etwas kantonal bestimmt, was aber nicht überall anwendbar ist», meint der Präsident der Wasserturm Waggis.

Die Aktiven kämpfen in Liestal bereits mit Engpässen: Das Törli im Stedtli schränke Traktor und Wagen ein, ebenso wie die enge Stelle in der Mühlegasse. «Durch die Rundumverschalung werden diese Stellen noch schwieriger passierbar», erklärt Martin Klaus, Präsident des Fasnachtskomitees Liestal.

Zugfahrzeuge zu finden, sei schwierig

«Unser Fahrer vom letzten Jahr möchte seinen Traktor nicht mehr zur Verfügung stellen – so bleibt uns keine andere Wahl, als nicht teilzunehmen», sagt Clemens Barges. Rund sechs weitere Landwirte habe er angefragt, die aber ebenfalls ihr Fahrzeug nicht hergeben möchten. «Es ist eine bauliche Veränderung am Fahrzeug notwendig, um eine Rundumverschalung anzubringen», so Barges.

Wirkt die Rundumverschalung kontraproduktiv?

Auch die Wildsäu Waggis aus Lausen, die für ihre grossen und extravaganten Wagen bekannt sind, äussern sich wütend: «Wir haben uns entschieden, auf unsere zwei grossen Wagen zu verzichten und mit zwei kleineren zu fahren – als Zeichen, dass wir in unserer Narrenfreiheit eingeschränkt sind».

Die beiden Wagencliquen kritisieren, dass die Rundumverschalung keine zusätzliche Sicherheit biete: «Durch die Verschalung bin ich eingeschränkt in der Sicht», meint der Chaffeur der Wildsäu Waggis. «Die Verantwortung liegt bei uns Wagencliquen und die Eigenverantwortung der Zuschauenden wird dadurch eigentlich aufgelöst.»

Spezial Regelung für Liestal wurde abgelehnt

Das Fasnachtskomitee Liestal setzte sich dafür ein, die Sicherheitsvorschriften an die speziellen Bedingungen im Stedtli anzupassen. «Wir haben schon seit Jahren eine Besibe in Liestal und sind der Meinung, dass die Sicherheit auch schon Jahre davor gewährleistet war», erklärt Klaus. Er und das Komitee erarbeiteten einen Gegenvorschlag – zwecklos: «Alternativ zur Rundumverschalung hatten wir die Idee, dass pro Wagen je zwei Begleitpersonen mitlaufen». Für die Polizei Basel-Landschaft wäre das jedoch keine Option. «Sie seien der Meinung, dass die Aufmerksamkeit der Begleitpersonen mit der Zeit nachliesse und die Sicherheit nicht mehr garantiert ist», sagt Klaus.

Die Wildsäu Waggis und die Wasserturm Waggis hätten diese Lösung begrüsst: «Wir finden das sinnvoller, denn aktive Sicherheit ist besser als passive», meint Joël Schaub, Präsident der Wildsäu Waggis.

«Mein Fasnachtsherz schlägt nach all den Jahren gross»

«Wir machen jetzt aber das Beste daraus und schauen nach vorne», sagt Martin Klaus. An den Regelungen gibt es für die Fasnacht 2026 nichts mehr zu rütteln. Ganz Aufgeben für die nächsten Jahre käme aber nicht in Frage: «Der Dialog mit der MFK und der Polizei ist noch nicht abgeschlossen, falls es daher eine Möglichkeit gibt einzuwirken, greifen wir das nochmals auf».

«Wir hoffen, dass nächstes Jahr die Sicherheitsvorschriften zurückgestuft werden», heisst es seitens der Wildsäu. «Mein Fasnachtsherz schlägt natürlich nach all den langen Jahren gross, Aufgeben ist keine Option», blickt Clemens Barges auf seine aktive Fasnachtszeit zurück.

Feedback für die Redaktion

Hat dir dieser Artikel gefallen?

Kommentare

Dein Kommentar

Mit dem Absenden dieses Formulars erkläre ich mich mit der zweckgebundenen Speicherung der angegebenen Daten einverstanden. Datenschutzerklärung und Widerrufshinweise

02.02.2026 22:43

HarterSchanker

Bauliche Massnahmen/Veränderungen am Zugfahrzeug damit eine Rundumverschalung möglich ist…
Da frage ich mich warum wir es an unserem Traktor ohne selbige geschafft haben…!

0 0
29.01.2026 12:15

Hoschi

Sicherheit ist nötig und wichtig, also eine sehr gute Sache, die Kontrollen zu verschärfen.

3 1
31.01.2026 16:05

Hoschi

Ja das sieht es wohl jemand anders? Sicherheit ist trotzdem sehr wichtig, für die meisten Leute auf jeden Fall, Ausnahmen gibt es immer 🙂

2 0
30.01.2026 14:24

Hoschi

Ja ja und hier wieder einen Daumen runter? Diese Unzufriedenheit kann ich kaum glauben.

2 0

Kommentare lesen?

Um Kommentare lesen zu können, melde dich bitte an.