Zugänglichkeit von Defibrillatoren: Grossrätin fordert bessere Verfügbarkeit
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Erste Hilfe
Basel-Stadt

Zugänglichkeit von Defibrillatoren: Grossrätin fordert bessere Verfügbarkeit

09.02.2024 11:50 - update 09.02.2024 15:56

Jessica Schön

Die Bemühungen um einen verbesserten Zugang zu Defibrillatoren in öffentlichen Gebäuden gehen in die Zweite Runde: Ein entsprechender Anzug liegt dem Regierungsrat nun zur Prüfung vor.

In der Schweiz erleiden jährlich etwa 8’000 Personen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Die medizinische Notfallversorgung ist für das Überleben der Betroffenen entscheidend, die schnelle Anwendung von Defibrillatoren (AED) und kardiopulmonaler Reanimation (CPR) lebensrettend. Aktuell gibt es im Kanton Basel-Stadt 229 registrierte, öffentlich zugängliche Defibrillatoren. Allerdings sind nur 42 davon rund um die Uhr verfügbar, während 187 eingeschränkt zugänglich sind.

Nationalrätin Sarah Wyss reichte im vergangenen Jahr eine Interpellation im Bundeshaus ein, in der sie den Bundesrat aufforderte, mit den Kantonen zusammenzuarbeiten, um den Betrieb, den Zugang und die Ausbildung für AEDs zu verbessern. Der Bundesrat spielte den Ball jedoch an die Kantone zurück: Letztere seien für die Gesundheitsversorgung zuständig, auf Bundesebene seien keine Massnahmen geplant.

Nun reagierte die SP-Grossrätin Amina Trevisan: In ihrem Anzug fordert sie den Regierungsrat dazu auf, die Zugänglichkeit von AEDs im Aussenbereich öffentlicher Verwaltungsgebäude zu prüfen. Angestossen hat den erneuten Vorstoss in diese Richtung wiederum Fabio Casertano, der sich auch schon im vergangenen Jahr für das Thema stark gemacht hat.

Überlebenschance ausbaufähig

Im Kanton Basel-Stadt spielen Defibrillatoren eine wichtige Rolle im First Responder System. Seit der Einführung des Systems habe sich die Überlebenschance bei Herz-Kreislauf-Stillständen von unter 10 % auf fast 30 % verbessert, heisst es im Anzugstext.

Allerdings, so heisst es darin weiter, sei die Überlebenschance noch ausbaufähig, was am Beispiel des Tessins deutlich werde: dort liege die Überlebenschance bei 60%. Der Kanton ist bei der Einrichtung eines AED-Netzwerks führend, es gibt über 1’200 AEDs, die deutlich gekennzeichnet und zu Fuss erreichbar sind.

Schnellere Hilfe dank besserer Verfügbarkeit

Der Regierungsrat soll nun prüfen, ob eine Gesamtabdeckung aller Verwaltungsgebäude und Schulen mit einem automatisierten externen Defibrillator möglich ist, der an der Aussenseite der geeigneten Gebäude montiert und rund um die Uhr verfügbar ist.

Zudem soll geprüft werden, ob Standorte der Defibrillatoren, die sich in öffentlich zugänglichen Gebäuden mit Publikumsverkehr befinden, jedoch aufgrund der Öffnungszeiten nur beschränkt zugänglich sind, in den Aussenbereich verlegt werden können.

Des Weiteren soll überlegt werden, ob neue Defibrillatoren auch an Liegenschaften angebracht werden können, die dem Kanton Basel-Stadt gehören – und ob eine bessere Signalisation der AED-Standorte für die Bevölkerung entwickelt werden kann.

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