Plattform kämpft gegen sexualisierte Gewalt in Clubs und an Festivals
©Bild: Pixabay, Diversityroadmap / Montage: Baseljetzt
«Nicht nur Plakate in den Toiletten»
Schweiz

Plattform kämpft gegen sexualisierte Gewalt in Clubs und an Festivals

18.05.2024 12:10 - update 19.05.2024 14:10
Larissa Bucher

Larissa Bucher

Jede zweite Frau, inter, non-binäre, trans und agender Person wurde im Ausgang schon einmal belästigt. Eine neue Plattform setzt nun ein Zeichen gegen sexualisierte Gewalt in der Club- und Festival-Szene

Pulsierende Lichter, ausgelassene Stimmung und gute Musik: Für viele ist das der Inbegriff eines Festival-Besuchs oder einer Nacht in ihrem Lieblingsclub. Was dabei oft in den Hintergrund gerät, ist die Realität, dass viele Menschen genau in dieser Umgebung Opfer von Übergriffen und Belästigungen werden. Das betrifft nicht nur Besucher:innen, sondern auch Mitarbeitende oder angestellte Künstler:innen.

Plattform für Wissensaustausch

Die Präventions- und Interventionskampagne «Sexualisierte Gewalt in Clubs und an Festivals» des Vereins Helvetiarockt will auf die Problematik aufmerksam machen und dazu sensibilisieren. «Wir bauen eine nationale, sprachübergreifende und nachhaltige Netzwerkplattform zum Thema Prävention und Intervention von sexualisierter Gewalt in Clubs und an Festivals auf», erklärt die Projektleitung gegenüber Baseljetzt. Die Plattform, die neu 40’000 Franken vom Swisslosfonds erhält, soll Clubs und Festivals die Möglichkeit bieten, sich untereinander zu vernetzen, Herausforderungen zu diskutieren, Ideen auszutauschen und neue Präventions-und Interventionsmassnahmen zu entwickeln.

Wer steckt hinter dem Projekt?

Helvetiarockt ist ein schweizweit aktiver Verein, der sich für mehr Frauen, inter, nonbinäre, trans und agender Menschen in der Musikszene einsetzt. «Mit unseren Angeboten schaffen wir seit 2009 einen niederschwelligen Zugang zur Musik, wir fördern und vernetzen professionelle Musikschaffende und sensibilisieren die Branche», erklärt Helvetiarockt gegenüber Baseljetzt.

Für die Weiterführung des Projekts «Diversity Roadmap» schliesst sich Helvetiarockt mit Petzi, dem Verband der Schweizer Musikclubs und Festivals, zusammen. Die verschiedenen Aktivitäten rund um das Projekt werden in Kooperation mit verschiedenen Partner:innen und Expert:innen durchgeführt.

Ihre bereits bestehende Diversity Roadmap zum Schwerpunktthema sexualisierte Gewalt wird dafür gemeinsam mit Expert:innen zu einer Plattform mit Inhalten, Tools und Links weiterentwickelt. «Die Diversity Roadmap soll erreichen dass die Musikbranche achtsam und entschieden Diskriminierungen entgegentritt, einen respektvollen Umgang lebt und möglichst viele Menschen miteinbezieht.» Alles auf der Website wird dann zum freien Download bereitgestellt.

«Nicht nur Plakate in den Toiletten»

Hintergrund der Diversity Roadmap ist der im November 2023 publizierte Bericht «Nicht nur Plakate in den Toiletten» zu sexualisierter Gewalt in Clubs und an Festivals, der neben den Ergebnissen von Befragungen auch Handlungsstrategien für verschiedene Akteur:innen im Musikbusiness bereitstellt. Darunter fällt unter anderem ein Schulungsangebot mit Kursen zu sexualisierter Gewalt, das auf Clubs und Festivals zugeschnitten ist.

Ausserdem werde das Wissen rund um sexualisierte Gewalt und deren Prävention von Fachstellen und Expert:innen in verschiedenen Formen wie beispielsweise lokalen Kampagnen oder Inputveranstaltungen vermittelt. «Als nächstes findet am 15. Mai im Humbug in Basel ein Austauschtreffen zum Thema sexualisierte Gewalt für Clubs und Festival statt», erzählen die Verantwortlichen von Helvetiarockt. Ausserdem sind vier Workshops zum Thema in Basel geplant.

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