Protest
Basel-Stadt

Uni Basel lässt Protestierende bis Mittwochmorgen gewähren

14.05.2024 16:06 - update 14.05.2024 22:05
Leonie Fricker

Leonie Fricker

Seit Montagmittag besetzen Aktivist:innen das Bernoullianum an der Uni Basel. Sie solidarisieren sich mit der Bevölkerung in Gaza. Das Rektorat hat am Dienstagabend die Frist zur Räumung um zwölf Stunden verlängert.

Die Universität Basel wird besetzt. Seit Montagmittag protestieren rund 50 Personen im Bernoullianum gegen den Krieg in Gaza. Am Dienstagabend haben sich nach einem Aufruf der Aktivist:innen rund 200 weitere Personen vor dem Unigebäude versammelt, um sich zu solidarisieren. Die Gruppe «Unibas for Palestine» fordert, dass die Universität Basel ihre Kooperation mit zwei israelischen Universitäten sistiert, bis Israel einen Waffenstillstand akzeptiert.

Universität verlängert Frist

Am Montag rief die Unileitung die Besetzenden dazu auf, das Bernoullianum bis am Dienstagabend um 20 Uhr zu verlassen. Um 19.30 Uhr gab das Rektorat dann aber bekannt, dass man den Protestierenden mehr Zeit geben wolle, um die Räumlichkeiten zu verlassen. Sie hat die Frist zur Räumung nun um zwölf Stunden bis Mittwoch 8 Uhr verlängert.

Weiter hiess es, Swisspeace-Direktor Laurent Goetschel werde mit den Besetzer:innen am Dienstagabend darüber diskutieren, in welcher Art und Weise ihre Forderungen mit dem Rektorat aufgenommen werden könnten. «So kann gewährleistet werden, dass die Demonstrierenden ernst genommen werden und es nicht versandet», sagte Unisprecher Matthias Geering am Dienstagabend gegenüber Baseljetzt.

Die Uni-Leitung sei weiter bereit zu einem Gespräch mit einer Delegation von Studierenden. Voraussetzung sei aber, dass das Bernoullianum wieder für universitäre Zwecke zur Verfügung stehe.

Mit der Verlängerung der Frist hoffe sie, eine Eskalation vermeiden zu können. Andernfalls behalte sie sich weitergehende Massnahmen vor. «Ich würde mir wünschen, dass es fruchtet», so Geering weiter. «Auch wenn die Stimmung und das Echo derzeit nicht danach aussehen.»

Die Besetzer:innen hatten zuvor ein Ultimatum verstreichen lassen. Nach einer Vollversammlung riefen sie die Uni-Leitung zu einem öffentlichen Dialog am Mittwoch um 12.30 Uhr auf.

Protestierende wollen auch am Mittwoch bleiben

Via Telegram hatten die Aktivist:innen am Dienstagnachmittag bereits mitgeteilt, dass sie das Bernoullianum am Dienstagabend nicht räumen wollen. Der Grund sei mangelndes Vertrauen in die Unileitung, dass diese ihren Forderungen gerecht wird. Man habe sich «nach einem basisdemokratischen Prozess» im Plenum des Vorlesungssaals dazu entschieden, nicht auf das Ultimatum der Uni Basel einzugehen. Dieses haben die Aktivist:innen am Dienstagabend dann auch verstreichen lassen.

Wie die Gruppe am späten Dienstagabend auf ihrem Telegram-Kanal mitteilt, will sie auch die verlängerte Frist – also jene vom Mittwochmorgen um 8 Uhr – nicht einhalten. «Unibas for Palestine» ruft auf Telegram dazu auf, sich um 7 Uhr morgens erneut zu versammeln, «um die Besetzung zu schützen».

Ein Augenschein vor Ort zeigt zudem, dass sich die Besetzenden gewappnet sind, um länger im Bernoullianum zu bleiben. Sie haben sich mit Verpflegung, Büchern und Schlafsäcken eingedeckt.

Skuba hält sich raus

Die Studentische Körperschaft der Uni Basel, kurz Skuba, will sich bei der Gaza-Demonstration an der Basler Uni neutral verhalten, sagt Wouter Janssen, Co-Präsident ad interim, gegenüber Baseljetzt. Der Körperschaft sei jedoch wichtig, dass der Uni-Alltag trotz der Besetzung ungestört ablaufen könne. Am Montag sei dies nicht immer der Fall gewesen.

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14.05.2024 19:46

baseljetzt

Zum heutigen Zeitpunkt sind Pro-Palästina oder Pro-Israel nicht angebracht. Nach dem barbarischen Überfall der Hamas folgt ein Rachefeldzug der israelischen Regierung. Dass Menschen mit Nahost-Beziehungen emotional Partei ergreifen, ist naheliegend. Aber korrekt? Beide Seiten schaffen den Weg zur friedlichen Koexistenz seit langen Jahren nicht. Die “positive” Bevölkerungsentwicklung der Israelis wie der Palästinenser ist auch nicht förderlich, Landnahmen durch die Siedler und die immer grössere Zahl an Nachkommen palästinensischer Flüchtlinge wirken da wie Brandbeschleuniger. Die Eingriffe der Weltgemeinschaft haben wenig gefruchtet, eher verbreitet der Nahost seine toxischen Streitigkeiten über die Welt. Deshalb gilt hier die alte Schweizer Weisheit: “Mischt Euch nicht in fremde Händel!”ein. Mit Protesten ist dem Zueinanderkommen der arabischen und jüdischen Bevölkerung (beides Semiten) in keiner Weise geholfen. Also keine Fahnen an der Uni, weder Palästinensische noch Israelische!

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14.05.2024 15:52

Stephanie_BS

einfache lösung: alle studierenden ins homeoffice schicken wie das während corona gemacht wurde. währenddessen die protestierenden zuerst ein letztes mal auffordern und sonst friedlich von der polizei räumen lassen und sie auf den petersplatz verweisen wo sie machen können was sie wollen solange es nicht gegen ein gesetz verstosst. wenn sie was unrechtes tun erhalten sie einen platzverweis von der polizei. zugang zu gebäuden gibts nach wie vor nur mit ausweis. wer mit ausweis rein geht und etwas macht erhält eine mahnung und beim zweiten mal gibts eine exmatrikulation. so einfach ist das. alles friedlich gelöst und jeder kennt die konsequenzen wenn er sich nicht an die regeln hält. regeln sind regeln. es gibt genug andere politische möglichkeiten sich gehör zu verschaffen. eine demo, besetzung oder sonst was hat noch nie was gebracht weils einfach lächerlich ist. sie schaden damit nur sich selbst und der zukunfst. die studierenden welche sich darüber aufregen werden nicht vergessen.

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