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Räume neu gedacht: Basler Duo startet Studio für konzeptuelle Raumgestaltung
©Bild: Baseljetzt
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Räume neu gedacht: Basler Duo startet Studio für konzeptuelle Raumgestaltung

26.12.2025 09:00 - update 26.12.2025 17:12
Jennifer Weber

Jennifer Weber

Nod interiors, gegründet von Nadine Räber und Dario Meister, vereint Freundschaft und Raumgestaltung zu einem Unternehmen. Es spezialisiert sich auf die kreative und nachhaltige Gestaltung von Räumen.

«Wir funktionieren super zusammen.» So wurde Anfang dieses Jahres aus Freundschaft auch eine Business-Partnerschaft. Seit sieben Jahren kennen sich Nadine Räber (29) und Dario Meister (28). Anfang 2025 gründeten sie gemeinsam das Interior-Design-Studio «nod interiors».

Im Herbst 2024 arbeiteten sie erstmals kreativ zusammen. Für die konzeptionelle Erarbeitung eines Faux-Fur-Mantels wandte sich Meister, aufgrund ihres beruflichen Hintergrundes, an Räber. Die 29-Jährige hat Modedesign an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel studiert, während Meister an der Universität Basel Psychologie abschloss. Seine Leidenschaft für Design führte ihn zudem an das Institut français de la mode für ein Fashion-Management-Studium in Paris und zur Firma Jakob Schlaepfer in St. Gallen. Räber wiederum arbeitete als Kostüm- und Bühnenbildnerin für das Luzerner Theater.

«Für mich war neu, wie gut und kreativ man mit einer Freundin arbeiten kann», sagt Meister. «Von Beginn an war es eine ideale Mischung aus Arbeit und Spass.» Erste Ideen für nod interiors entstanden Ende 2024, im Januar 2025 gründeten sie das Unternehmen. Beide betonen, wie reibungslos ihre Zusammenarbeit funktioniert. «Es ist toll, dass wir uns gegenseitig pushen können», sagt Räber. Ein eigenes Unternehmen aufzubauen, brauche «viel Mut, Geduld und Durchhaltevermögen».

Design und Menschen im Fokus

«Nod interiors» steht für: «A nod to design. A nod to history. A nod to sustainability. A nod to you.» «A nod to» verstehen die beiden als kleine Hommage – an das Design, die Geschichte eines Raumes, die Nachhaltigkeit und die Menschen, für die sie gestalten. «Wir versuchen, uns zurückzunehmen», erklärt Meister. «Nicht wir stehen im Vordergrund, sondern die Persönlichkeit und die Bedürfnisse unserer Kund:innen.»

Sie bieten Raumgestaltung an – nicht nur für Wohnungen, sondern auch für Orte wie Cafés, Pop-ups oder andere temporäre Räume. «Uns ist bewusst, dass es schwieriger wird, je breiter man sich aufstellt», sagt Räber. Dennoch wollen sie vorerst offen bleiben und, in Zusammenarbeit mit Designschaffenden, verschiedene Räume und Möglichkeiten erkunden. Erste Aufträge erhielten sie in der Wohnraumgestaltung und in Büroprojekten.

Dass sie keine Innenarchitekt:innen sind, betonen beide. Auf die Frage, woran sie sich bei ihrer Arbeit orientieren, antworten sie, dass «Intuition, Sinnlichkeit und Charakter» im Vordergrund ihrer Konzepte stehen. Die Bedürfnisse der Kund:innen seien zentral: Aus persönlichen Gesprächen entwickeln sie Farbkonzepte, eine individuelle Auswahl an Möbeln, Tapeten und Textilien. Besonders bei der Herstellung von textilen Elementen greift Räber gerne auf ihren handwerklichen Hintergrund zurück.

Nachhaltigkeit wird grossgeschrieben

Ein Kernwert von nod interiors ist Nachhaltigkeit. «Uns ist wichtig, den Fokus auf bestehende Produkte und Antiquitäten zu legen», sagt Räber. Es gebe bereits so viele Möbelstücke, die «als Materie unglaublich wertvoll» sind und gleichzeitig viel Charakter besitzen. Ihnen möchten sie eine neue Rolle im Raum schenken.

Basel habe eine lebendige Second-Hand-Kultur, ergänzt Meister. Dennoch hätten viele das Bild vom «alten, staubigen Brocki-Stück». «Das kann es sein – und das ist nicht schlecht –, es kann aber auch etwas Wertvolles oder ein Glücksgriff, passend zum Auftrag, sein.» Entscheidend seien Zeit, ein Konzept und ein geschulter Blick. «Und das setzen wir sehr gerne um.»

Nachhaltigkeit bedeute für nod interiors auch soziale Verantwortung. So arbeiten sie aktuell mit der Malerei des Bürgerspitals Basel zusammen.

Das gemeinsame Traumprojekt? Ein Hotel. «Wir finden Hotels wahnsinnig spannend», sagt Meister. Ein bestimmtes Hotel in Italien, einst ein Kloster, haben beide besonders im Blick. Seit über 25 Jahren besucht Meister dieses Hotel jährlich mit seiner Familie, seit einigen Jahren auch zusammen mit Räber. «Es hat so viel Geschichte. Manchmal wünscht man sich, der Innenraum widerspiegle die Schönheit der Umgebung», sagt Räber. Die Vision der beiden: «Die Geschichte des Gebäudes und die Schönheit der Landschaft von draussen nach innen bringen.»

Videoprojekt im Saal 1

Kürzlich haben die beiden im Rahmen des GGG-Kulturkicks, der junge Ideen in Basel fördert, ein Videoprojekt realisiert. Räber sagt, dass solche Anregungen in ihre gestalterische Arbeit einfliessen und dass sie planen, sich künftig verstärkt auch dem editorialen Arbeiten zuzuwenden.

Räume neu gedacht: Basler Duo startet Studio für konzeptuelle Raumgestaltung
Hinter den Kulissen: Das Filmprojekt im Rahmen des GGG-Kulturkicks. Bild: nod interiors

Ausgangspunkt für das Projekt war ein grosser, runder Holztisch, den das Duo aus einem Café übernehmen konnte. Meister erklärt, dass sie oft von einzelnen Objekten ausgehen, die sie inspirieren und aus denen sich ihre Ideen weiterentwickeln. Auf Basis dieses Tisches entstand ein Kurzvideo, das sie im Saal 1 des Küchlins inszenierten. Die Textur des Tisches wurde darin verfremdet und zu einem «lebendigen Charakter» gestaltet, um den und auf dem verschiedene Menschen interagieren. Das Video befindet sich derzeit noch in der Postproduktion.

Funktion und Ästhetik

Derzeit gestaltet nod interiors rund 30 Büros und einen Warteraum der Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende (RBS) im Bundesasylzentrum Basel um. «Auch dort arbeiten wir mit Büro-Second-Hand-Möbeln, wofür in der Schweiz ein äusserst grosser Markt besteht», sagt Meister. Während die Büroräume funktional und mit Farbakzenten gestaltet wurden, liess der Warteraum mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu, um eine Aufwertung vorzunehmen.

«Büros zu gestalten, ist ein ganz anderer Ansatz», sagt Räber. Budget und Funktionalität stehen stärker im Zentrum. Zuvor habe «Restmobiliar» die Räume geprägt, ohne intensiv ausgearbeitetes Konzept. Nun sollen die Räume «einladender und wertschätzender» wirken. Der Abschluss des Projekts ist für Ende Januar 2026 geplant.

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Kommentare

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26.12.2025 11:19

spalen

interessanter ansatz. ich wünsche den beiden viel erfolg

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