SVP-Landrat fordert drei Wochen Herbstferien – dafür nur fünf im Sommer
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Schulen
Baselland

SVP-Landrat fordert drei Wochen Herbstferien – dafür nur fünf im Sommer

18.09.2023 16:40 - update 18.09.2023 17:24
Jennifer Weber

Jennifer Weber

Der Baselbieter Landrat Reto Tschudin will kürzere Sommerferien in den Schulen, dafür eine Woche mehr im Herbst. Damit sollen die Arbeitgebenden entlastet werden.

Drei Wochen Herbstferien, die bereits Ende September beginnen, und Sommerferien, die im August dafür eine Woche weniger lang dauern: Das ist die Idee von Landrat Reto Tschudin. Was in anderen Kantonen wie Bern oder Solothurn bereits üblich ist, möchte Tschudin nun auch für das Baselbiet. Der SVP-Politiker hat deshalb einen entsprechenden parlamentarischen Vorstoss eingereicht.

Planungsschwierigkeiten am Arbeitsplatz

«Jedes Jahr im Herbst freuen sich die Schülerinnen und Schüler auf zwei Wochen Herbstferien, und die Arbeitgebenden stehen zur gleichen Zeit vor dem Problem, dass alle ihre Mitarbeitenden innerhalb von zwei Wochen in die Ferien wollen», schreibt Tschudin in seinem Vorstoss.

Mit drei Wochen Herbstferien für Schüler:innen könnte die heutige Planungsschwierigkeit am Arbeitsplatz gemindert werden, erklärt Tschudin gegenüber Baseljetzt. Ein weiterer Vorteil: «Mit einem Start der Herbstferien bereits im September können wegen der tendenziell höheren Temperaturen in ganz Europa auch näher gelegene Reisedestinationen gewählt werden, um gleichwohl Badeferien machen zu können.»

«Hitzeperioden können nicht klar vorausgesagt werden»

Auch der Tourismus in der Schweiz könne davon profitieren. «Wanderferien in der Schweiz wären im September eher noch möglich als im Oktober», sagt der SVP-Landrat, was ein weiteres Argument für den Ausbau der Herbstferien sei.

Mit Blick auf die Hitzeperioden im Sommer, die den Unterricht jetzt schon im August teilweise beinahe unerträglich machen, stellt sich allerdings die Frage, wie sinnvoll es ist, die Sommerferien im August zu kürzen. «Dieses Jahr hat gezeigt, dass die Hitzeperioden im Sommer nicht klar vorausgesagt werden können und eben nicht per se Anfang August kommen», so Tschudin. «Wann das in Zukunft so sein wird, wissen wir heute nicht.»

Berücksichtigung vieler Faktoren

Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland (LVB) sagt auf Anfrage, dass er sich noch nicht mit dem Postulat von Tschudin befasst habe. Allfällige Schulferien-Anpassungen müssten aber unter Berücksichtigung einer «Gesamtschau» erfolgen, erklärt Philipp Loretz, Präsident des LVB. «Es gilt, alle relevanten Faktoren in die Waagschale zu werfen.» Dazu gehöre die Arbeitgebersicht, die Planungssicherheit und die Kinderbetreuungsangebote.

Darüber hinaus sei auch die Verteilung der Schulferien über das ganze Jahr zu beachten. Die Länge der Quartale variiere stark, so der LVB. Auch die klimatischen Veränderungen wie die Zunahme von Hitzeperioden von Juni bis August seien zu berücksichtigen.

Tschudin habe bisher noch keine negativen Rückmeldungen zu seinem Vorstoss erhalten, sagt er gegenüber Baseljetzt. «Oft entsteht der Widerstand aber erst mit der Antwort der Regierung.» Er hoffe nun auf eine «wohlwollende Prüfung» seines Anliegens.

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