«TAFS» kommt für ein letztes Konzert zurück: «Die Vorfreude ist extrem gross»
©Bild: Leon Bricola
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«TAFS» kommt für ein letztes Konzert zurück: «Die Vorfreude ist extrem gross»

08.07.2024 11:57 - update 09.07.2024 10:38
Jennifer Weber

Jennifer Weber

30 Jahre «TAFS». Das soll entsprechend gefeiert werden – und zwar mit einem letzten Konzert in der Kaserne. Baseljetzt hat mit DJ Flink (44) über die Vorfreude, Nervosität und die Hip-Hop-Szene gesprochen.

«Die alte Hasenimbiz», wie «TAFS» selbst schon im Jahr 2010 gerappt hat, können auf 30 Jahre Bandgeschichte zurückblicken. Und zu diesem grossen Jubiläum kehren die Baselbieter Rap-OGs für ein letztes Konzert zurück auf die Bühne – nach rund zehn Jahren Pause.

Spätestens mit ihrem im Jahr 2003 erschienen Album «44» konnten die Liestaler schweizweite Erfolge feiern und sich mit unzähligen Konzerten zu einem der meistgefragten Live-Acts in der Schweizer Rap-Szene mausern. Nun, mehr als zehn Jahre nach dem letzten Album «Landgang» und fast genau so langer Bühnenabstinenz, laden die «TAFS»-Jungs noch ein letztes Mal in die Kaserne Basel ein, «um zusammen zu feiern und ihre ganzen Klassiker live zu performen».

Stattfinden wird die grosse Sause am 22. März 2025. Tickets sind seit dem 26. Juni erhältlich. 75 Prozent der Tickets sind bereits verkauft. Das Interesse an der vierköpfigen Gruppe bestehend aus Taz, Aman, Flink und DJ OK ist auch nach all den Jahren gross.

«TAFS» kommt für ein letztes Konzert zurück: «Die Vorfreude ist extrem gross»
Taz, Aman, DJ OK und Flink kehren nach rund zehn Jahren Pause ein letztes Mal auf die Bühne zurück.Bild: Leon Bricola

Mit Baseljetzt hat DJ Flink (44) über die bevorstehende Show, die vergangenen zehn Jahre und die Baselbieter Hip-Hop-Szene gesprochen.

Baseljetzt: 30 Jahre «TAFS» feiert ihr mit einem letzten Konzert in der Kaserne. Wie gross ist die Vorfreude bei euch?

DJ Flink: Die Vorfreude ist extrem gross, weil wir so lange eine Pause hatten und jetzt wieder einen Anlass und Grund fanden, nochmals zusammenzukommen und etwas miteinander zu reissen. Wir freuen uns alle extrem fest!

Die Tickets gehen weg wie “warme Weggli”. Habt ihr damit gerechnet, dass das Interesse an dem Konzert so gross ist?

Nein. Wir haben natürlich gehofft, dass wir genug Leute hinbekommen, dass das eine gute Sache wird. Aber dass es gleich so los geht, dachten wir nicht. Wir sind sehr positiv überrascht, dass es doch noch so viele Leute gibt, die Bock darauf haben.

«Gemeinsam mit diversen Gästen aus 30 Jahren Bandgeschichte wird der Abend zu einem einmaligen Erlebnis», heisst es in der Konzert-Ankündigung. Kannst du schon mehr zu den Gästen verraten?

Wir wissen schon Genaueres. Aber wir möchten mit näheren Informationen noch etwas zuwarten. Es darf noch ein wenig spannend bleiben.

Wie ist die Idee entstanden, noch dieses eine letzte Konzert zu machen?

Wir haben nie wirklich offiziell aufgehört und wir haben gedacht, es wäre cool, nochmals etwas miteinander zu machen. Es war auch klar, dass ein neues Album zeitlich nicht in Frage kommt. Und wir fanden – weil wir eigentlich am liebsten Konzerte spielen –, es wäre cool, nochmals ein Konzert zu machen. So ist die Idee entstanden.

Du hast gerade gesagt, dass ein neues Album zeitlich nicht drin liegt. Gibt es aber vielleicht doch den einen oder anderen neuen Song zu hören am Konzert?

Vermutlich gibt es mehr eine Zeitreise durch Dinge, die schon bestehen. Wir werden sicher Songs neu interpretieren und remixen, so wie wir das schon immer gerne gemacht haben. Es gibt in diesem Sinne sicher viele neue Dinge zu hören. Aber wir schreiben keine neuen Songs für diesen Anlass.

Ist nach diesem Konzert wirklich Schluss mit «TAFS»?

Ja, das haben wir mal so kommuniziert. Aber man weiss nie, was passiert…

Was habt ihr in den etwa zehn Jahren seit dem letzten Album gemacht? Habt ihr alle weiterhin Musik gemacht?

DJ OK legt jedes Wochenende auf – wie ich auch. Ich bin noch in anderen Bands tätig. Ich bin mit Seven auf Tour. Momentan bin ich mit EAZ auf Tour. Ich hatte viele verschiedene Musik-Projekte. Ich habe auch Musik gemacht für verschiedene Theater. Bei den beiden MCs war es weniger musikalisch in den vergangenen Jahren. Sie gingen anderen Dingen nach. Aman arbeitet in Liestal im Radix. Er konnte so seine Leidenschaft, das Velofahren, zu seinem Beruf machen. Taz lebt in Luzern und arbeitet mit seiner Partnerin in einer Firma. Fischen ist seine Leidenschaft, er fischt viel in seiner Freizeit.

Zwei von euch stehen nicht mehr so oft im Rampenlicht und auf der Bühne, seid ihr nervös vor dem bevorstehenden Konzert? Und wie bereitet ihr euch darauf vor?

Nervös sind wir – glaube ich – nicht. Es ist eine Vorfreude da. Zur Vorbereitung: Wir treffen uns zum Proben. Ich werde die musikalische Leitung übernehmen, um das Ganze aufzugleisen, wie wir was spielen. Wir proben und studieren dann das Konzert ein.

Auf welchen Song freust du dich ganz besonders am Konzert?

Ich freue mich auf alle Songs mega fest, weil es so lange her ist, seit wir sie zum letzten Mal performt haben. Ich freue mich natürlich sehr auf «Züüg für d’Lüüt», weil da einfach immer Abriss-Stimmung ist (lacht). Alle springen – darauf freue ich mich sehr.

Was würdest du sagen: Wie hat sich die Baselbieter, beziehungsweise auch die Basler Hip-Hop-Szene, in den vergangenen 30 Jahren verändert?

Das ist eine schwierige Frage. Weil ich nicht in dieser Szene bin, falls es überhaupt noch eine gibt. Ich habe die Hip-Hop-Szene erlebt, die nicht nur in Basel, sondern schweizweit eine Szene, oder vielleicht sogar eher eine Familie war. Man fuhr gegenseitig an die Gigs. Man wusste voneinander, wer was macht, und hat sich ausgetauscht. Man war auf den Konzerten der anderen. Das ist jetzt aber auch schon ewig her. Dann, so scheint es mir, hat jeder immer wie mehr einfach für sich sein Ding gemacht und es gab keinen grossen Austausch mehr untereinander. Und wie es jetzt ist, habe ich keine Ahnung, weil ich da wirklich nicht mehr drin bin – wenn man überhaupt noch drin sein kann.

Jetzt noch zum Schluss eine Frage zum WB-Tal – das muss fast sein. Wie findest du das neue Waldeburgerli?

(lacht) Ich finde es «huere» schade, ist es nicht mehr die Schmalspurbahn, die es mal war. Aus nostalgischen Gründen. Ich war letztens im Verkehrshaus und habe noch die alte Dampflok gesehen, die dort ausgestellt ist. Aber grundsätzlich ist die Hauptsache, dass das WB-Tal verkehrstechnisch gut angebunden ist. Ich bin dort nicht so viel unterwegs, aber die Verbindungen sind, glaube ich, besser als zuvor. Es sieht halt einfach nicht mehr so speziell aus. Das ist ein wenig schade. Aber sonst habe ich da nicht so eine grosse Meinung dazu. Aus nostalgischer Sicht finde ich es schade, aber ich glaube, es ist praktisch, wie es jetzt ist.

«TAFS» tritt am 22. März 2025 um 21:30 Uhr in der Kaserne Basel im Rossstall 1 auf.

«TAFS» kommt für ein letztes Konzert zurück: «Die Vorfreude ist extrem gross»
Bild: zVg

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09.07.2024 07:13

Sonnenliebe

Ja tiptop🤩

1 0
09.07.2024 02:09

Freddi1985

Sehr cool

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