Was die Mückenplage am Bodensee für uns in Basel bedeutet
©Symbolbild: Keystone
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Was die Mückenplage am Bodensee für uns in Basel bedeutet

09.07.2024 06:34 - update 09.07.2024 08:26
David Frische

David Frische

Der sehr nasse Sommer brachte in Teilen der Schweiz Überschwemmungen. Diese haben am Bodensee mittlerweile ein zweites Problem parat: Stechmücken vermehren sich rasant. Müssen wir uns auch in Basel Sorgen machen?

Gewisse Mücken lieben Wasser. Sie lieben es so sehr, dass sie sogar darauf spezialisiert sind, sich nach Überschwemmungen stark zu vermehren. So die Überschwemmungsmücke, die zurzeit in der deutschen Bodenseeregion auf dem Vormarsch ist. Sie vermehrt sich derart, dass sie zum Beispiel in der Stadt Radolfzell an Bodensee für eine Plage sorgen, wie SRF kürzlich berichtete.

Dem Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut (Swiss TPH) in Basel zufolge sind die Mücken bestens auf Hochwasser vorbereitet. «Es kann dort zu zeitlich begrenzten Mückenplagen kommen. Das ist aber eine andere Mückenspezies als die, die es hier im städtischen Gebiet gibt», erklärt Tobias Suter, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Swiss TPH gegenüber Baseljetzt. Diese Spezies lege ihre Eier in die Erde oder auf Böden, die saisonal überschwemmt werden könnten. Wenn es dann zu einer Überschwemmung komme, schlüpften Tausende von Mücken innerhalb kurzer Zeit. «Und wir beobachten das Massenphänomen, bei dem sehr viele Mücken dort sind», so Suter.

Der Rhein kommt Basel zugute

Suter geht davon aus, dass sich die Lage am Bodensee in ein paar Wochen beruhigen wird. Denn die Mücken überleben nicht lange. Und in Basel? Hier sei das Risiko einer solchen Mückenplage dank des Rheins geringer. Die Mücken brauchen stehende Gewässer, wie der Biologe erklärt.

«Bei uns in Basel fliesst das meiste Wasser relativ schnell wieder über die Dohlen oder im Rhein ab.» Ausserdem sei die Ausbreitung solcher Stechmücken sehr temperaturabhängig. «Die optimalen Temperaturen für die Entwicklung der Mücken sind zwischen 25 und 30 Grad. Man kann davon ausgehen, dass die Entwicklung der Mücken zwischen einer Woche und zehn Tagen dauert. In den letzten Wochen war es eher kalt, dann kann die Entwicklung zwei bis drei Wochen dauern, und so lange steht das Wasser bei uns in der Region normalerweise nicht», beruhigt Suter.

Auch im Baselbiet mit stehenden Gewässern in verschiedenen Naturschutzgebieten sei das Risiko nicht besonders hoch. Denn in grösseren Teichen und Biotopen haben die Stechmücken natürliche Feinde. «Wenn es in einem Gewässer Fische, Molche oder Libellenlarven gibt, fressen sie die Mückenlarven. Ich erwarte auch dort keinen grossen Anstieg.»

Unsere Region hat dennoch ein Problem

Eine völlige Mücken-Entwarnung für die Region Basel kann Suter aber nicht geben. Die Tigermücke ist auf dem Vormarsch. Und mehr Regen begünstigt die Fortpflanzung der asiatischen Spezies. Die Bevölkerung ist mit in der Verantwortung, dass sich die asiatische Spezies nicht zu rasch ausbreitet. Was du gegen die Tigermücke unternehmen kannst, erklärt Suter im Video.

Weitere Informationen rund um die Asiatische Tigermücke findest du hier bei den Medizinischen Diensten des Kantons Basel-Stadt.

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Kommentare

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09.07.2024 06:36

pserratore

Wird immer besser!!!

3 0
09.07.2024 05:39

Sonnenliebe

Gar nicht gut und auch gefährlich

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