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Wettsteinbrunnen: Das Denkmal, das erst niemand wollte
©Bild: Baseljetzt
Historisches
Basel-Stadt

Wettsteinbrunnen: Das Denkmal, das erst niemand wollte

31.05.2024 06:03 - update 31.05.2024 15:35
David Frische

David Frische

Heute steht der Wettsteinbrunnen direkt bei der Theodorskirche. Das war aber nicht immer so. Dem Denkmal ging ein langer Streit voraus. Und ein Springbrunnen mitten auf dem Wettsteinplatz.

Wusstest du, dass dereinst auf dem Wettsteinplatz ein grosser Springbrunnen plätscherte? Wenn nicht, ist das keine Schande. Ist er doch schon seit 78 Jahren weg. Dass der Brunnen nicht mehr existiert, hat einen Grund.

Dieser findet sich ein paar Meter weiter in Richtung Wettsteinbrücke. Gleich neben der Theodorskirche steht der Wettsteinbrunnen. Er ist sozusagen der Nachfolger des Springbrunnens auf dem Wettsteinplatz. Der Wettsteinbrunnen ist ein Denkmal für den gleichnamigen Basler Bürgermeister und Diplomaten Johann Rudolf Wettstein (1594-1666).

Basler Regierung bewilligte Denkmalbrunnen …

Dem Wettsteinbrunnen ging eine lange Vorgeschichte voraus. Sie beginnt damit, dass der Kanton Basel-Stadt zu Ehren Johann Rudolf Wettsteins einen Brunnen errichten wollte. Wettstein hatte entscheidend zur endgültigen Loslösung der Eidgenossenschaft aus dem Deutschen Reich beigetragen. Wie es im Basler Stadtbuch heisst, bewilligte die Basler Regierung im Jahr 1884 einen Springbrunnen auf dem Wettsteinplatz.

… aber die Bevölkerung wollte ihn nicht

Die Pläne wurden wenige Jahre später aber umgekrempelt. Anlässlich des 500-Jahr-Jubiläums der Vereinigung von Gross- und Kleinbasel sammelte man Spendengelder für den Brunnen zu Ehren des Bürgermeisters und Diplomaten Wettstein. 90’000 Franken wären nötig gewesen, damit das Bauwerk Wirklichkeit wird. Es kamen aber nur schmale 8172 Franken zusammen.

Die Basler stritten zudem über die Frage, wo denn der Denkmalbrunnen hinkommen soll. Schliesslich rang sich Basel dazu durch, auf der schon damals existierenden Traminsel auf dem Wettsteinplatz einen Rundbrunnen mit Fontäne zu errichten – ohne Denkmal mit Wettsteins Statue.

Wettstein nun bei der Theodorskirche zu Hause

1955 kam es dann zur Wende: Johann Rudolf Wettstein erhielt doch noch «seinen» Denkmalbrunnen inklusive Statue. Das Geld wurde mittels Zinsen und Zinseszinsen gesammelt und der Brunnen am Kleinbasler Ende der Wettsteinbrücke, gleich neben der Theodorskirche, errichtet. Entworfen hatte ihn der Basler Bildhauer Alexander Zschokke (1894-1981). Der Springbrunnen auf dem Wettsteinplatz hatte dafür wenige Jahre zuvor – wenn auch nicht an selber Stelle stehend – weichen müssen.

Die Informationen in diesem Artikel stammen aus dem Basler Stadtbuch.

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Kommentare

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27.07.2024 11:07

GLOBA

Ich vermisse den Springbrunnen nicht. Der Wettsteinbrunnen genügt.

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