
«Sie möchten den Drink – aber keinen Kater»: Gen Z verändert die Trinkkultur
Giulia Ballmer
Eine aktuelle Umfrage des Online Research-Instituts zeigt, wie die Schweizer:innen mit Alkoholkonsum umgehen. Besonders die Generation Z wendet sich vom Alkohol am meisten ab. Marktexperte erklärt die Gründe.
«Die Jungen trinken nicht mehr.»
Vielleicht kommt dir dieser Satz bekannt vor. Häufig verspotten die Älteren die Jungen (Gen Z) anhand ihres gesunden Lebensstils, der durch die Jahre immer mehr zunahm.
Matcha statt Alkohol und Kaffees statt Klubs. Durch TikTok und Instagram werden solche Lebenseinstellungen verbreitet. Nun zeigt eine aktuelle Studie, dass die Gen Z tatsächlich weniger Alkohol trinkt.
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Das Wichtigste in Kürze
- Babyboomer konsumieren am häufigsten und halten an traditioneller Trinkkultur fest
- Bei 45 Prozent der Gen Z besteht das Bedürfnis nach mehr alkoholfreien Alternativen
- Social Media, welches die Gen Z häufig konsumiert, trägt zum bewussten gesunden Lebensstil bei
Babyboomer konsumieren am häufigsten
Im Alkoholkonsum unterscheiden sich die verschiedenen Generationen, wie die Onlineumfrage des Research-Instituts zeigt.
Die Babyboomer würden am häufigsten regelmässig Alkohol konsumieren und blieben den traditionellen Konsumgewohnheiten treu. Hingegen habe die Generation Z eine bewusste Haltung gegenüber Alkohol. Ausserdem sei sie offener für alkoholfreie Alternativen.
37 Prozent der Schweizer:innen erachten Alkohol als ungesund
«Alkohol verliert seinen Pflichtcharakter», erklärt Roland Zeindler, Geschäftsführer der Marketagent Schweiz AG. Oftmals sei bei älteren Generationen Alkoholkonsum mit Geselligkeit verbunden. Das hat sich jedoch über die Jahre verändert. «Heute sagen 75 Prozent der Schweizer:innen, dass sie keinen Alkohol brauchen, um Spass zu haben», meint Zeindler.
Bei den Babyboomern ist das Trinken tief verankert: «Die Trinkmuster sind über Jahrzehnte gewachsen, wie das Glas Wein zum Essen, das Bier zum Feierabend». Ausserdem sei das Wissen über gesundheitliche Risiken kaum präsent gewesen. Die heutigen Generationen legen einen grossen Stellenwert auf die Gesundheit. Laut der Studie bezeichnen 37 Prozent der Schweizer:innen Alkohol als ungesund. 32 Prozent wollen ihren Körper nicht belasten.
Grosser Wunsch nach alkoholfreien Alternativen
Gerade mal 35 Prozent der Studienteilnehmenden wünschen sich mehr alkoholfreie Alternativen. Bei der Generation Z sind es 45 Prozent, mehr als im Durchschnitt (35 %).
Die Studie zeigt zudem, dass 45 Prozent der Gen Z sich über ihr eigenes Trinkverhalten geärgert haben. «Das fördert bewusste Entscheidungen», erklärt Roland Zeindler.
Gen Z reflektiert
«Die Gen Z reflektiert ihr Trinkverhalten am stärksten», so der Geschäftsführer von der Marketagent Schweiz AG.

Man sieht: 72 Prozent der Gen Z haben schon mehr getrunken, als sie vorhatten. Gleichzeitig verzichten sie bewusst auf Alkohol am meisten. «Es geht nicht um strikte Abstinenz, sondern um Selbstkontrolle und Situationsbewusstsein», begründet Zeindler diese Ergebnisse.
Möglicher Einfluss durch Social Media
Roland Zeindler findet, dass die sozialen Medien eher disziplinierend wirken. «Kontrollverlust ist öffentlich sichtbar – und das schreckt ab». Ausserdem ginge es in Online-Plattformen vor allem ums Optimieren. Gesunde und bewusste Lebensstile werden gezeigt – «das beeinflusst Konsumgewohnheiten spürbar».
Eine Phase oder einen kulturellen Wandel?
Roland Zeindler ist überzeugt: «Vieles spricht für einen nachhaltigen kulturellen Wandel. Wenn 87 Prozent der Gen Z bewusst verzichten können, 45 Prozent mehr alkoholfreie Alternativen wollen und 75 Prozent insgesamt sagen, sie brauchen keinen Alkohol für Spass, dann ist das mehr als eine Lebensphase.
Trinkkultur wird flexibler – und diese Haltung dürfte bleiben».
Gen Z verändert Trinkkultur
Die Marketagent-Studie zeigt, dass Schweizer:innen gerne Alkohol konsumieren. Denn zwei Drittel konsumieren regelmässig, jedoch können fast 80 Prozent auch problemlos verzichten. «Sie möchten den Drink – aber nicht zwingend den Kater», sagt Zeindler. Besonders die Gen Z kurbelte den Wandel an: «Sie zeigt, dass Alkohol kein Muss mehr ist, sondern eine Option. Und genau das verändert gerade unsere Trinkkultur.»
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